Was Hypnose kann – und was nicht

Seit einiger Zeit wird Hypnose immer bekannter. Das liegt unter anderem an vielen Fernsehshows, in denen die Zuschauer auf die Bühne gebeten werden und ein Hypnotiseur sie veranlasst, ihren Namen zu vergessen, in fremden Sprachen zu sprechen oder andere, für das Publikum unterhaltsame Aktionen auszuführen. Das mag lustig anzuschauen sein, hat aber für den Hypnotisierten wenig Nutzen und ist eher eine Negativwerbung.

Ein wesentlich sinnvollerer Anwendungsbereich ist die Lebenshilfe. Hypnose ist nichts Mystisches und hat nichts mit Magie zu tun. Der Hypnotisierte wird weder willenlos gemacht noch manipuliert. Hypnose ist auch kein Wundermittel. Hypnose kann ein sehr wertvolles Werkzeug sein, wenn es darum geht Menschen bei positiven Veränderungen zu unterstützen. 

In unserem Unterbewusstsein sind all unsere Erlebnisse und Gefühle abgespeichert, unsere Glaubenssätze, tiefen Ängste, Prägungen und Muster. Wir denken, dass wir unser Leben mit unserem Verstand lenken. In Wirklichkeit werden unser Handeln, Denken und Verhalten aber vor allem von unserem Unterbewusstsein bestimmt.

Viele von uns haben keinen direkten Zugang zu ihrem Unterbewusstsein. Der Alltag und der Stress lenken uns ab, alles muss schnell gehen, vieles, was uns innerlich beschäftigt, wird verdrängt oder verschoben. Unser Fokus ist hauptsächlich nach außen und zu wenig nach innen gerichtet.

In der Hypnose kommt der Hypnotisierte in die Ruhe, in eine Art Wachschlaf. Die Gedanken gehen immer weiter nach hinten. Der Fokus richtet sich nach innen. Im tief entspannten Zustand können positive Eingebungen aller Art das Unterbewusstsein erreichen. Wir haben viel mehr Fähigkeiten und Stärken, als uns bewusst ist. Durch Hypnose können diese geweckt werden.

Ziele, die wir erreichen wollen, können gefestigt werden. Das Potential, das in uns schlummert, kann entfaltet werden. Negativ gespeicherte Situationen können positiv verändert werden. Puls und Blutdruck sinken und der Zustand ist höchst angenehm. Im Grunde ist Hypnose Hilfe zur Selbsthilfe.

Wenn unser Unterbewusstsein unser bester Freund wäre, worum würden wir es bitten?

2 Kommentare

  1. Avatar

    Ich mag besonders den letzten Satz oder vielmehr die letzte Frage deines Artikels: wenn das Unterbewusstsein unser bester Freund wäre, worum würden wir es bitten?

    Der Annahme, dass unser Unterbewusstsein gegen uns arbeitet ist damit direkt der Wind aus den Segeln genommen. Sich damit anzufreunden und auf Ursachenforschung zu gehen kann wirklich heilsam sein. Ich bin schon gespannt, was man im Verlauf einer Hypnoseausbildung und späteren Hypnose Weiterbildung alles noch lernen kann – einmal eingetaucht in die eigene Psyche gibt es kein zurück.

    Ganz liebe Grüsse aus dem Süden und alles Liebe,

    Britt

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    • Hilde Herberth

      Liebe Britt, vielen Dank für deine schöne Nachricht! Eine Hypnoseausbildung ist in jedem Fall sehr interessant, egal, ob man dann damit arbeitet oder nicht. Mach das, wird dir gefallen!
      Liebe Grüße zurück, Hilde

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